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Kalenderblatt: 19. Oktober

1878: Der Reichstag verabschiedet mit der Stimmenmehrheit der Konservativen und Nationalliberalen das von Reichskanzler Bismarck initiierte „Sozialistengesetz“ (Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie). Das zunächst auf zweieinhalb Jahre befristete, aber durch wiederholte Verlängerungen bis 1890 gültige Gesetz verbot Versammlungen und Druckschriften der politischen Sozialdemokratie (Sozialistische Arbeiterpartei SAP, Gewerkschaften, etc.). Durch die Stigmatisierung als „Reichsfeinde“ sahen sich zahlreiche prominente Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten genötigt, ins politische Exil zu gehen. Da Einzelpersonen weiterhin erlaubt war, für die SAP bei Reichstagswahlen zu kandidieren, führte die Solidarisierung der Arbeiterschaft als Reaktion auf das Sozialistengesetz zu zunehmenden Wahlerfolgen der Sozialdemokratie und zum Gegenteil des von Bismarck Bezweckten.

Karikatur des Fürsten von Bismarck, der Kopf Bismarcks zusammengesetzt aus Symbolen mit Aufschriften, betreffend politische Massnahmen seiner Regierungszeit (z. B.: Kulturkampf, Sozialistengesetz, Emser Depesche, Chauvinismus, Militarismus)

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