Bestand
Buchau: Amtsbücher (Bestand)
Überlieferungsgeschichte
Vorbemerkung
Über das Archiv des Stifts Buchau, welches durch die Säkularisation dem Fürsten von Thurn und Taxis zufiel, gibt es bis jetzt keinerlei Repertorien aus neuerer Zeit (das einzige Kurrente Repertorium von Schefold stammt von 1777-1778 und erfasst - allerdings unvollständig - nur die Urkunden). Um nun zunächst die Benützung der häufig verlangten Amtsbücher des Stifts zu erleichtern, welche auf die in Obermarchtal geschaffenen Reposituren IX, X und XI verteilt waren, wurden diese im Sommer 1961 von der Werkstudentin Doris Mathauer unter Leitung der wissenschaftlichen Beamten des Staatsarchivs Sigmaringen zusammengestellt und verzeichnet. Staatsarchivassessor Dr. Herbert Natale, der 1962 die Verzeichnung überarbeitete und zu Ende führte, nahm die systematische Ordnung der Bände vor und schied gleichzeitig die provenienzfremden Amtsbücher des Thurn und Taxisschen Rentamts Buchau, welches nach der Säkularisation des Stifts 1803 die Verwaltung übernommen hatte, aus. Diese 625 Bände sind jetzt in einem eigenen Repertorium "Amtsbücher des Thurn und Taxisschen Rentamts Buchau" verzeichnet.
Die im vorliegenden Bestand verbliebenen Amtsbücher des Stifts Buchau wurden in die drei Hauptgruppen: Rechnungen, Protokolle, Lagerbücher eingeteilt. Eine weitere geschlossene Gruppe umfasst Kontributionsanlagen aus den Jahren 1693 bis 1731. Den Schluss bilden drei "Mischbücher", die sich der Zuordnung zu einer Serie entziehen, da sie Originalurkunden und Abschriften, Akten und Korrespondenzen, Verzeichnisse und dgl. zu den verschiedensten Betreffen enthalten, und die daher einer ausführlicheren Verzeichnung bedurften. Ein kleiner Teil der Amtsbücher ist nur geheftet. Soweit möglich, wurden die Rechner sowie die Schreiber der Protokolle festgestellt und im Repertorium vermerkt. Ihre im Personenregister erfassten Namen geben somit einen interessanten, wenn auch naturgemäß unvollständigen Einblick in die Dienerschaft des Stifts Buchau.
Bei der Herauslösung der Bände fremder Provenienz sind Amtsbücher, die noch in stiftischer Zeit begonnen, aber über die Säkularisation hinaus fortgeführt wurden, vor allem wenn die Reihe damit beendet war, beim Bestand des Stifts Buchau belassen worden. An den entsprechenden Stellen des Repertoriums "Amtsbücher des Rentamts Buchau" wird aber auf sie verwiesen. Ebenso finden sich im vorliegenden Repertorium Verweise auf die Fortsetzung einzelner Amtsbuchreihen im anderen Bestand. Bei einigen jahrweise geführten Rechnungsreihen (Waisenrechnungen, Landschaftskassenrechnungen u.a.) wurde jedoch auf diesen Verweis verzichtet. Alle Bände wurden mit laufenden Nummern durchgezählt, doch sind die alten, aus der Obermarchtaler Zeit stammenden Signaturen, soweit vorhanden, angegeben.
Es muss darauf hingewiesen werden, dass sich in dem bis jetzt nicht verzeichneten, umfangreichen Aktenbestand des Stifts Buchau (ca. 75 lfd. m) wohl noch einige weitere Amtsbücher (Heiligenrechnungen, Kopiare, Markenbeschreibungen und dgl.) vorfinden werden, wie aus dem summarischen Transportverzeichnis von 1952 zu schließen ist. Sie könnten aber erst im Zug der Verzeichnung des gesamten Aktenbestandes vollständig erfasst werden.
Das Orts- und Personenregister sowie die Reinschrift fertigte Frau Kalkuhl.
Der vorliegende Bestand umfasst 1734 Bände mit insgesamt rund 60 lfd. m.
Sigmaringen, Januar 1963
Dr. Stemmler
Nachtrag zur Vorbemerkung
Im Zusammenhang mit der Verzeichnung des Urkundenbestandes des Stifts Buchau wurden 32 Amtsbücher, die bisher im Aktenbestand lagen, verzeichnet und dem Bestand "Stift Buchau-Amtsbücher" angefügt. Die Nummern 1739-1771 bilden die neuen Hauptgruppen VI-IX; die Nummern 1735, 1736, 1738 und 1772 konnten in bereits bestehende Hauptgruppen eingegliedert werden. Zugleich wurden 5 imT hurn und Taxisschen Zentralarchiv Regensburg befindliche Amtsbücher (Nr. 1737, 1745-1749) verzeichnet. Zwei Amtsbücher fremder Provenienz wurden in die zutreffenden Bestände eingegliedert:
1) Kopialbuch (Rep. X K. 4 F. 1 Nr. 8; Paket 134), jetzt Bestand Grafschaft Friedberg-Scheer, Amtsbuch Nr. 9
2) Protokolle über den Verkauf der Herrschaft Uttenweiler (Rep. X K. 4 F. 1 Nr. 12; Paket 134), jetzt Bestand Kloster Marchtal, Amtsbuch Nr. 2072.
Das Orts- und Personenregister wurde überarbeitet und neu geschrieben.
Sigmaringen, Oktober 1991
R. Seigel
Bei der Verzeichung des Obersulmetinger Amtsbuchbestands (Dep. 30/10 T 2) wurden Heiligenrechnungen der Pfarrkirche St. Laurentius in in Mietingen ermittelt. Es wurden ein Klassifikationspunkt B. 4. e) eingerichtet und die Amtsbücher im Nachtrag verzeichnet sowie der Index aktualisiert.
Sigmaringen, 13. Oktober 1991
A. Wenz-Haubfleisch
Nachtrag 2 zur Vorbemerkung
Nachtrag II des Bestands Archiv Obermarchtal, Amtsbücher des Stifts Buchau, enthält die aus dem Aktenbestand Dep. 30/14 T 3 ausgesonderten Amtsbücher. Sie wurden nach Anfall verzeichnet und nummeriert, wobei die Rechnungen serienweise vorgeordnet wurden. Die Gliederung des Findbuchs mit 17 Haupt- und Untergruppen folgt im Aufbau dem Hauptrepertorium von 1961/62 und Nachtragsband I von 1991, wobei einige Amtsbuchgruppen neu eingefügt wurden. In den beiden Vorgängerrepertorien ist an den einschlägigen Stellen auf die Neuzugänge im Nachtragsband II verwiesen. Wie im Hauptrepertorium war für die jeweilige Bandbeschreibung die Kurzverzeichnung bei Amtsbuchserien maßgebend.
Die Laufzeit der Amtsbücher umfasst die Jahre 1470 bis zur Aufhebung des Stifts 1802. In die Zeit des Thurn und Tasisschen Rentamts Buchau reichen ein Rechnungsband einer Serie von 1803 (Nr. 2029) und ein bis 1828 fortgeführter Band (Nr. 1992).
Frau Collett übernahm die Eingabe der Titelaufnahmen sowie die Findbucherstellung.
Der Bestand enthält 258 Erschließungseinheiten im Umfang von 2,7 lfd.m.
Sigmaringen, Januar 2002
Hofer
Nachtrag 3 zur Vorbemerkung
In den Jahren 2008/ 2009 wurden die drei maschinenschriftlichen Findbücher im Rahmen der Pilotphase des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts zur Retrokonversion archivischer Findmittel digitalisiert. In Zusammenarbeit der Koordinierungsstelle Retrokonversion an der Archivschule Marburg und des Landesarchivs Baden-Württemberg wurde das Findbuch für die Einstellung ins Internet vorbereitet, die im Oktober 2009 erfolgte.
Bei der Retrokonversion wurden die Kreis- und Gemeindeangaben in den Titelaufnahmen nicht verändert, obwohl sie zum Teil nicht mehr aktuell sind. Die alten Identifikationen sollen eine weitere Hilfestellung zur Orientierung bieten. Die Identifikation der Ortsindexbegriffe hingegen wurde überarbeitet. Die Grundlage dafür war Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Herausgegeben von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg. Bd. VIII. 1983.
Nach der Retrokonversion führten Andrea Glatzer und Corinna Knobloch abschließende Kontroll- und Korrekturarbeiten durch und führten die alten Klassifikationsschichten zusammen. Allerdings war es nicht möglich, alle Uneinheitlichkeiten zwischen den Ansetzungsformen der ehemaligen drei Bände zu bereinigen.
Die Zitierweise des Bestandes lautet:
Dep. 30/14 T 2 Nr. [Bestellnummer]
- Bestandssignatur
-
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 30/14 T 2
- Umfang
-
2034 Bände (61,5 lfd.m)
- Kontext
-
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik) >> Deposita (ohne FAS - Dep. 39) >> Fürstlich Thurn und Taxissches Archiv Obermarchtal >> Buchau
- Indexbegriff Ort
-
Buchau BC; Herrschaft
- Bestandslaufzeit
-
1400-1802
- Weitere Objektseiten
- Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs
- Rechteinformation
-
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
- Letzte Aktualisierung
-
03.04.2025, 08:37 MESZ
Datenpartner
Landesarchiv Baden-Württemberg. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.
Objekttyp
- Bestand
Entstanden
- 1400-1802